Mit diesen Worten endet die 14-seitige Streitschrift „Empört Euch!“ des gebürtigen Berliners und späteren Résistance-Mitglied Stéphan Hessel. Mit dem in zahlreiche Sprachen übersetzten und millionenfach verkauften Bestseller hat der französische Diplomat den Nerv der Zeit getroffen. Die „Indignados“ (Die Empörten) am Plaça de Catalunya in Barcelona, die monatelang campierten und demonstrierten, verwendeten dieses Essay gar als Namensgeber. Das im Jahr 2010 verfasste Büchlein liest sich wie ein Weckruf. Ausgangspunkt der Erzählung ist die Résistance, deren Werte Hessel mit den heutigen Verhältnissen in Frankreich und Europa vergleicht. Zornig beschreibt der alte Mann, der auf Fotos und im Fernsehen eher sympathisch und nachdenklich wirkt, wogegen man sich empören kann: den Finanzkapitalismus, welcher Demokratie und soziale Errungenschaften bedroht; gegen die westliche Welt, die durch Abschiebungen von Flüchtlingen die Menschenrechte untergräbt.
Infobox
Stéphane Hessel: „Empört euch!“ Aus dem Französischen von Michael Kogon. Ullstein Buchverlage, Berlin 2011. 32 S., br., 3,99 €.
Er verurteilt Israels Politik im Gaza-Streifen als Demütigung der Palästinenser und er empört sich über Lobbyismus, welcher der Politik diktiert wie sie zu handeln hat. Der 95-jährige verlangt Empörung von uns, der jungen Generation. Er stellt die Frage, wer etwas gegen die Zustände tun sollte, wenn nicht wir. Aber ist es nicht schon empörend, dass ein alter Mann die Jugend aufwecken muss?
