Gilt dies bei Stupa und FSR absolut – was heißt, dass die Studierendenschaft diese Gremien vollständig autonom wählt und besetzt, bedeutet dies für Senat und FBR jeweils nur eine Besetzung von Studierenden in einer genau festgelegten Zahl, zusätzlich zu Professor*innen und Mitarbeiter*innen. Hier werden die Studierenden unserer Universität jeweils mit 3 Sitzen „abgespeist“, kaum mit der Möglichkeit ausgestattet alleine in die Belange der sogenannten akademischen Selbstverwaltung einzugreifen, da den Professor*innen durch das hessische Hochschulgesetz eine absolute Mehrheit der Sitze in Senat und auch jeweiligem FBR zugesichert wurde.
Nun stellt sich also die Frage, warum wählen gehen, wenn doch scheinbar klar ist, dass die Studierendenschaft der Universität Kassel in der akademischen Selbstverwaltung eine kleine Minderheit ist? Zum einen lässt sich hierauf erwidern, dass nicht nur der akademische Teil der Selbstverwaltung gewählt wird, sondern auch der studentische Teil – die studentische Selbstverwaltung – aus der die Verfasste Studierendenschaft (VS) hervorgeht. Hier wählt Ihr, wie zu beginn kurz erwähnt, Stupa und FSR eures Fachbereiches. Das Stupa ist hierbei das legislativ Organ der VS, welches dann den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) – das exekutiv Organ der VS – wählt. Hier werden weitreichende Entscheidungen getroffen, welche den Studierendenalltag erleichtern und verbessern. So wird hier das Semesterticket verhandelt, die Autonomen Referate sind Institutionen des AStA, es gibt eine Rechtsberatung, eine Bafög- und Sozialberatung, eine Lehramtsberatung, es werden verschiedene Aktionen der politischen Bildung durchgeführt, die studentische Kultur wird im AStA koordiniert und auch das K 19, das Cafe Desasta und die Fahrradwerkstatt sind Einrichtungen des AStA. Darüber hinaus sind wir eure politische Interessenvertretung (sowohl nach innen, wie auch nach außen). Bei dieser Wahl treten politische Listen gegen einander an und deshalb heißt das für euch: Wollen wir diese Einrichtungen, Angebote und Interessenvertretung aufrecht erhalten, oder wählen wir politische Kräfte, die das nicht wollen. Dafür bedarf es einer hohen Wahlbeteiligung und eure Stimmen. Die Fachschaftsräte sind wohl am nächsten an euch dran und können euch schneller und flexibler helfen, als der AStA (zumindest wenn es um spezifische Probleme in euerem Studiengang geht). Hier sitzen Kommilitonen von euch, die eure Probleme genau kennen und euch weiterhelfen. Hier werden Beratungen angeboten und Probleme zwischen Studierenden und Proffesor*innen angesprochen und geklärt. Anders als beim Studierendenparlament handelt es sich bei den meisten Wahlen der FSR um Personalwahlen.
Kommen wir nun zur anderen Seite der Frage: Warum wählen gehen? Nämlich der akademischen Selbstverwaltung. In Senat und jeweiligen FBR entsendet wie gesagt die Studierendenschaft der Universität Kassel 3 studentische Vertreter*innen. Auch wenn wir hier in der Minderheit sind, so kamen aus der Studierendenschaft wichtige Anregungen und Abstimmungsverhalten im Senat. So lag es vor allem an den studentischen Vertretern im Senat, dass: Anwesenheitslisten abgeschafft wurden, bis auf ganz wenige begründete Ausnahmen keine festen Notengrenzen zum Master mehr bestehen und dass die demokratische Beteiligung von studentischen Vertretern in der QSL-Kommision (Ersatzmittel für Studiengebühren) erreicht wurden. Auch ist es immer wichtig, dass die Studierendenschaft ihr Recht an der Partizipation in Senat und FBR wahrnimmt. Wie wichtig dies im Einzelfall sein kann hat ein gemeinsames agieren von AStA und studentischen Vertreter*innen des FBR 07 gezeigt. Aufgrund des studentischen Engagements konnten die auslaufenden Diplom Studiengänge verlängert werde und so wurde vielen Komiliton*innen ermöglicht ihr Studium erfolgreich abzuschließen.
All dies ist wichtig bei der Frage: Warum wählen gehen? Um all dies möglich zu machen und die Stimme der Studierendenschaft auch weiterhin so deutlich hörbar zu machen braucht es euch und euren Willen zur Wahl zu gehen. Und mal unter uns: eine Wahlbeteiligung von 26% wie im letzten Jahr können wir alle zusammen doch problemlos knacken.
